Die kulturwissenschaftlich orientierte Studie untersucht die literarischen Konstruktionen von Geschlechterdifferenz in mittelhochdeutschen Verserz hlungen. Als Merkmal einer genrespezifischen Poetik, so die These, wird in diesem sp tmittelalterlichen Texttyp ein fiktionales 'Spiel' mit kulturell tradierten Entw rfen von Weiblichkeit und M nnlichkeit greifbar, bei dem mentale 'Grenzen' berschritten und neue Denkhorizonte er ffnet werden. Zugleich unterliegt die literarische Darstellung jedoch narrativen Begrenzungen, so dass geltende Geschlechternormen nicht nachhaltig angetastet werden - das 'Spiel mit Grenzen' bedarf somit des Schutzraumes einer fiktionalen Welt. Dieser Zusammenhang wird exemplarisch an sechs Untersuchungskomplexen entfaltet; dabei geht die Autorin Symbolisierungen von Geschlechtlichkeit im paradigmatischen Kontext von Kultur, Natur und K rper sowie in st ndischen und konomischen Diskursen nach; schlie lich werden Erz hlungen fokussiert, die explizite berschreitungen von geschlechtsspezifischen Handlungsnormen thematisieren.