Hundert Jahre an der Schnittstelle von Chemie und Physik
Thomas Steinhauser; Jeremiah James; Dieter Hoffmann; Bretislav Friedrich
de Gruyter
2011
sidottu
Das Fritz-Haber-Institut, vor hundert Jahren als Kaiser-Wilhelm-Institut fur physikalische Chemie und Elektrochemie gegrundet, gehort zu den traditionsreichsten und renommiertesten Instituten der Max-Planck-Gesellschaft. Zahlreiche Nobelpreistrager haben an ihm gewirkt und bis heute wird dort wissenschaftliche Spitzenforschung betrieben. Daruber hinaus ist das Institut aber nicht nur ein Ort wissenschaftlicher Exzellenz und Produktivitat gewesen, seine hundertjahrige Geschichte ist auch auch aufs engste mit der deutschen Geschichte im zwanzigsten Jahrhundert verknupft. So spielte es eine zentrale Rolle in der deutschen Giftgasforschung und der chemischen Kriegsfuhrung des Ersten Weltkrieges. In den Jahren der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft war es besonders von den rassistischen Vertreibungsmanahmen betroffen und firmierte als nationalsozialistischer "Musterbetrieb." Schlielich musste es sich wahrend des Kalten Krieges in der Frontstadt Berlin behaupten. Anlasslich seines hundertjahrigen Grundungsjubilaums wird in der vorliegenden Publikation, als Ergebnis eines dreijahrigen interdisziplinaren Forschungsprojekts, die gleichermaen glanzvolle wie widerspruchliche Geschichte des Instituts dokumentiert und ein exemplarischer Einblick in die moderne Wissenschaftsgeschichte mit ihren Wechselwirkungen zu Gesellschaft und Politik gegeben.