Wie kann die ffentliche Sicherheit gew hrleistet werden? Franziska Walter untersucht ausgehend vom bayerischen Innenministerium, Landeskriminalamt und Landesamt f r Verfassungsschutz die Aushandlungsprozesse, die die Sicherheitsarchitektur von 1945 bis 1970 auf Landesebene formten und die Zusammenarbeit mit den Bundesorganen kennzeichneten. So unterschiedlich die Aufgaben und Kompetenzen der drei Beh rden waren: Wissen aufzubereiten und die Arbeit der verschiedenen Akteure zu koordinieren, wurde zur zentralen Strategie, um Sicherheit zu gew hrleisten. Als pr gende Faktoren der Polizeipolitik und des Verfassungsschutzes auf Landesebene versteht die Studie das Personal, das zum gro en Teil bereits w hrend der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus in Polizei und Justiz gearbeitet hatte, und die Eigenlogiken der Beh rden. Auf Basis teils erstmals zug nglicher Quellen zeigt sie verworfene Pl ne, tiefgreifende Entscheidungen aber auch widerspr chliche Vorgehensweisen auf. So st rkte etwa das Polizeiaufgabengesetz von 1954 den Schutz vor staatlichen Eingriffen, w hrend die Ermittlungsbeh rden zeitgleich teils an diskriminierenden kriminologischen Vorstellungen festhielten.