Kirjailija
Joke Frerichs
Kirjat ja teokset yhdessä paikassa: 45 kirjaa, julkaisuja vuosilta 2005–2026, suosituimpiin kuuluu Lesen als Erkenntnisglück. Vertaile teosten hintoja ja tarkista saatavuus suomalaisista kirjakaupoista.
45 kirjaa
Kirjojen julkaisuvuodet: 2005–2026.
Splitter sind Fragmente, die im Idealfall auf gr ere Zusammenh nge verweisen. Gelegentlich stehen sie auch einfach f r sich selbst.
ber die eigene Familie zu schreiben, ist ein riskantes Unterfangen. Zum einen ist meine Sichtweise auf unsere Familie subjektiv und es ist unvermeidlich, dass sich emotionale und sachliche Aspekte der Darstellung nicht immer trennen lassen. Dann ist da die zeitliche Distanz zu den Ereignissen: Ist das, was ich erinnere, wirklich so gewesen, wie ich es schildere? Oder lege ich mir die Dinge so zurecht, dass sie mir in den Kram passen und ich mich damit m glichst weitgehend identifizieren kann? Und wo soll man mit dem Erz hlen beginnen? Die Familie ist ja immer schon da, ber mehrere Generationen. Wie man es auch dreht und wendet: F ngt man erst einmal an zu erz hlen, spinnt sich der Faden immer weiter fort. M gen andere ihre Geschichten erz hlen; sie alle geh ren dazu; au erhalb unserer Geschichten gibt es da nichts.
Dies ist ein Buch f r Literatur-Enthusiasten. Die geschilderten Begegnungen mit den Literaten sind berwiegend fiktiver Art; aber sie h tten so oder so hnlich stattfinden k nnen. Mich interessierten in erster Linie Facetten ihrer literarischen Praxis, die f r mein eigenes Schreiben bedeutsam geworden sind.
Kann man seine Lebensgeschichte auch anhand der Orte und Wohnungen schildern, in denen man gelebt hat? Ein Versuch ist es allemal wert. Wir sind im Laufe unseres gemeinsamen Lebens ca. ein Dutzend Mal umgezogen. Und jedes Mal begann in gewisser Weise ein neuer Lebensabschnitt. Man lernte neue Leute und Umgebungen kennen, und oft hatten diese Ortswechsel ihren besonderen Reiz. Davon zeugen Briefe, Tagebuch-Eintragungen und Arbeitsnotizen, und man staunt, wie einen die Ereignisse der Vergangenheit wieder einholen, so dass nach und nach ein Ganzes entsteht, das man Leben nennt.
Das Buch versammelt Texte, die in den letzten Jahren zumeist im Blog der Republik erschienen sind. Das thematische Spektrum umfasst Beitr ge zur Literatur, Philosophie und Soziologie. Bei den literarischen Texten handelt es sich meist um Besprechungen wieder gelesener und oft schon vergessener Romane; mithin keineswegs um die vom Feuilleton bevorzugten aktuellen Bestseller. W hrend diese meist einer gewissen Marktlogik folgen, stellen die hier versammelten Texte eine h chst subjektive Auswahl dar, deren gemeinsames Merkmal die literarische Qualit t darstellt. Die Anordnung der Beitr ge erfolgt eher zuf llig und stellt keineswegs ein Qualit tskriterium dar.
Zimmerschied war ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Nicht nur Zufluchtsst tte und R ckzugsort, um zu regenerieren, wenn berufliche Belastungen oder der L rm und die Hektik K lns wieder einmal berhandgenommen hatten. Es war auch der Ort, an dem wir v llig neue, in der Stadt nicht m gliche Naturerfahrungen machten. Hier erlebten wir bewusst den Wechsel der Jahreszeiten; das Leben der Tiere, und wir machten Wanderungen in die Umgebung, die unsere Wahrnehmung erweiterten.
Es gibt ihn nicht, den ein f r allemal g ltigen Text. Vielleicht sollte man sich das k nftige Schreiben als ein lebenslanges Fortschreiben eines einzigen Textes vorstellen. Dabei heraus kommen dann weniger fertige, in sich geschlossene Texte, als vielmehr offene, scheinbar v llig zusammenhanglose Fragmente. Wir bestehen aus lauter Bruchst cken, und diese sind so uneinheitlich zusammengef gt, dass die einzelnen Bestandteile jederzeit in einem neuen Licht erscheinen k nnen. Das k nnte eine Hoffnung, aber ebenso ein Verh ngnis sein. Was bleibt ist die Einsicht, dass das Leben ein Fragment ist, das weder im Diesseits noch im Jenseits vollendet wird. Es ist einfach irgendwann zu Ende.
Die geschilderten F lle sind authentisch. Es handelt sich um Berichte aus einer unter-schlagenen Wirklichkeit, die gern verdr ngt wird. Die im Dunkeln sieht man nicht, hatte Brecht einst gedichtet. Armut ist unsichtbar; der Arme ist es nicht. Damit etwas von ihm bleibt, muss man ihm seine Individualit t zur ckgeben, ihn als Subjekt wahrnehmen. Der Einzelne ist nicht nur Opfer berm ch-tiger Strukturen und Verh ltnisse; er ist bis zu einem gewissen Grade auch verantwortlich f r sein Handeln. Diese Dialektik ist es, die bei Vielen Schamgef hle ausl st. Scham markiert Grenzen; man sieht sich mit den Augen der Anderen. Auf Dauer wirkt sie wie ein Gift, weil sie das Selbstwertgef hl der Menschen aufl st. Sie erzeugt Versagens ngste und ein existentielles Gef hl der Verlassenheit. Da-her ist sie zutiefst antisozial. Die F lle weisen darauf hin, wie wichtig es ist, jeden Fall f r sich zu betrachten. Obwohl sie strukturelle hnlichkeiten aufweisen, hat doch jeder seine eigene Geschichte. Dabei zeigt sich: Die gro en Dramen finden meist im Kleinen statt.
Das Haus und der Dichter sind in die Jahre gekommen. Der Putz zieht Risse, und er hats in den Beinen. Vielleicht werden beide berhaupt nur durch Verse aufrecht gehalten. Denn die Stuben, in die der Dichter nur noch ber die Gartent re gelangt, hat er mit seinen Gedichten beklebt. An den W nden h ngen Plastikt ten, prall gef llt mit Gedichtpostkarten; Texte, Briefe, Manuskripte aus vier Jahrzehnten. Als "Hieronymus im Geh use" hat er sich in seinen Gedichten beschrieben: "Hier, umgeben von den mir voraus gestorbenen Dingen meiner einstigen Lebenswelt, halte ich am Althergebrachten fest".
Nach Jahrzehnten trifft ein Philosophieprofessor sich zu einem Gespr ch mit einem fr heren Studenten. Im Jahre 1968 sind sie sich zuerst begegnet. Damals hatte sie sich nichts zu sagen; die Verh ltnisse lie en es nicht zu. Jetzt versuchen sie, das Vers umte nachzuholen. Kann das gelingen?
Wir alle haben w hrend des Lockdowns schmerzlich erlebt, was es bedeutet, wenn einem ein Treffpunkt und kommunikatives Zentrum wie das Basils fehlt. Es fehlt schlicht und einfach ein St ck Alltagskultur.