Kulturgeschichte Des Herzens: Von Der Antike Bis Zur Gegenwart
Ole Martin Hoystad
Vandenhoeck Ruprecht
2006
sidottu
Zu Zeiten der Wikinger galt es als unabdingbar, ein starkes und unbeugsames Herz zu haben, um im Kampf bestehen zu konnen. Den alten Agyptern erschien das Herz so bedeutsam, dass es als einziges inneres Organ dem Leichnam mit ins Grab gegeben wurde. Unzahlbar sind die kunstlerischen und literarischen Herzdarstellungen, die im Laufe der Jahrtausende von den unterschiedlichen Kulturen hervorgebracht wurden. Doch welche Bedeutung hat das Herz fur den heutigen Menschen, welchen Stellenwert hat es in unserer Zeit? Ausgehend von dieser Frage entfaltet Ole Martin Hoystad vor den Augen des Lesers ein kulturhistorisches Panorama von der Antike bis in die Gegenwart. Im Vordergrund steht dabei die Entwicklung einer europaischen Kultur des Herzens. Die Suche nach deren Ursprungen fuhrt von den fruhesten Hochkulturen der Sumerer und Agypter uber die Herzmetaphorik der antiken Welt zu den judisch-christlichen und islamischen Traditionen. Wie kein anderes Organ vereint das Herz korperliche und seelische Befindlichkeiten des Menschen in sich. Es ist trotz aller Unterschiede und Parallelen in den verschiedenen Kulturen zum meistgebrauchten Symbol, zum Hort personlicher und moralischer Qualitaten, zum Urbild von Menschlichkeit geworden. Indem es die Spuren des Vergangenen nachzeichnet, sensibilisiert dieses Buch unser Verstandnis fur gegenwartige Zusammenhange. Es ladt ein, uns selbst unserer Herzen zu vergewissern.