Der Einfluss von Dividenden auf Aktienrenditen
Anja Schulz; Ph.D. Stehle
Deutscher Universitatsverlag
2006
nidottu
Zwei der wichtigsten Grundpfeiler der modemen Finanzierungstheorie sind das Miller-- digliani-Modell zur Irrelevanz der Dividendenpolitik und das Sharpe-Lintner-Kapitalmar- gleichgewichtsmodell (CAPM). Im Miller-Modigliani-Modell erfolgt eine Konzentration auf die Multiperioden-Thematik, im CAPM auf die mit der Unsicherheit der Erwartungen verb- denen Probleme. In beiden Modellen wird von jeglicher Art von Steuem abstrahiert, und es werden ideale Marktbedingungen unterstellt. Als Folge der starken Vereinfachung bilden b- de Modelle einen idealen Startpunkt fiir tiefergehende Analysen und die Grundlage fur die Ausgangshypothese, dass die Dividendenhohe den Marktwert der Untemehmung sowie die erwartete Rendite ihrer Aktien nicht beeinflusst. Die Versuche zur Erweiterung der genannten Modelle um Steuem auf Untemehmens- und Anlegerebene und zur Formulierung eines Multiperioden-Modells, das sowohl Steuem als auch die Unsicherheit der Erwartungen adaquat berlicksichtigt, zeigen die Grenzen der - dellbildung in diesem Bereich auf. Wichtige diesbezugliche Beitrage sind das von Br- nan (1970) vorgelegte (Nach-)Steuer-CAPM, das Mi Her-Argument zum Steuergleichgewicht auf Untemehmens- und Anlegerebene (1977) und das den Arrow-Debreu-State-Preference- Ansatz verwendende Modell von Litzenberger/van Home (1978). Als Folge der unterschi- lich hohen und progressiven Steuersatze fur die einzelnen Anleger sowie der unterschi- lichen Besteuerung von Dividenden und Zinseinkiinften einerseits und Kapitalgewinnen an- rerseits wird sich das optimale Portefeuille von Anlegem selbst bei Existenz homogener Erwartungen unterscheiden. Damit stellt sich die Frage, ob und wie Leerverkaufe bei der - dellbildung erfasst werden sollen. Zurzeit existiert noch kein Modell, das die genannten - pekte auf eine einigermaBen realitatsnahe und konsistente Weise berlicksichtigt.