Als eines der fruhesten katholischen Vereinsprojekte mit uberregionaler Bedeutung wurde der Borromausverein im Jahre 1845 in Bonn gegrundet. Der Verein verstand sich in dieser Zeit als Volksbildungsorganisation, die uber die Verbreitung katholischer Literatur und die Errichtung von Vereinsbibliotheken die Belebung christlicher Gesinnung zu fordern suchte. Die Autorin schildert die Rolle des Vereins im Prozess der gesellschaftlichen Modernisierung und stellt zugleich seine Bedeutung fur den Wandlungsprozess im katholischen Lebensraum heraus. Am Beispiel des thuringischen Eichsfeldes lassen sich differenzierte Aussagen zur sozialen Basis des Vereins, zum Leseverhalten und zu den Lekturepraferenzen der katholischen Leser sowie zur Ausleihpraxis der einzelnen Borromausbibliotheken treffen.