Die strukturationstheoretische Analyse von Branchen
Stephan Cappallo; Prof. Dr. Dres. h.c. Arnold Picot; Prof. Dr. Ingolf Bamberger
Deutscher Universitatsverlag
2005
nidottu
Informations- und kommunikationstechnische Entwicklungen, organisatorische Veranderun gen, neuartige Formen der Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen Unternehmen und nicht zuletzt neue Formen des Wettbewerbs und der Kooperation auch zwischen Konkurren ten verandern existierende Branchen z. T. tiefgreifend und nachhaltig. Dies gilt nicht nur fur die Strombranche, deren Liberalisierung in der wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Literatur eingehend diskutiert wird. Auch Branchen wie die Textil- und Bekleidungsindustrie, der Einzelhandel, die Musikindustrie oder die Luftfahrt- und Automo bilbranche sind von bedeutenden Veranderungen betroffen. Die theoretische Analyse und Erklarung derartiger Phanomene stellt schon lange ein zentrales Anliegen wirtschaftswissen schaftlicher Forschung dar, die dabei als primares theoretisches Instrument meist auf den Ansatz der Industrieokonomik zuruckgreift. Bei der Erklarung von sich auflosenden Bran chengrenzen, der Wirkung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien, der Rolle und Bedeutung von Ressourcen bzw. Kompetenzen oder von kooperativen Verhalten zwi schen Wettbewerbern stosst die Industrieokonomik allerdings mitunter an ihre Grenzen, so dass ihre Bedeutung in letzter Zeit z. T. relativiert wurde. Auf der anderen Seite existiert eine Vielzahl theoretischer Instrumente, die einzelne zu beobachtende Phanomene und Entwick lungen erfassen und erklaren und damit die Analyse von Branchen unterstutzen konnen. Bei ihrer Anwendung stellt sich aber die Frage, fur welche Fragestellung welche Theorie relevant ist. Dies kann durch einzelne Kriterien erfolgen, aber auch durch den Ruckgriff auf einen Bezugsrahmen, der so allgemein ist, dass moglichst viele relevante Perspektiven berucksich tigt werden konnen."