Die Römische Vermessungsliteratur Und Ihre Mittelalterlichen Schreiber: Gebrauchsformen Und Sinnhorizonte Einer Antiken Kompilation (500-900)
Uta Kleine
De Gruyter
2027
sidottu
Die Schriften der r mischen Landvermesser sind ein einzigartiges Zeugnis f r die antike Agrar- und Rechtsgeschichte und f hren zu Grundfragen der r mischen Politik und Kultur. Expansion und Kolonisation, Grenzwesen, Bodeneigentum und antike Verwaltungspraxis finden sich hier vielf ltig gespiegelt. Aus ihrem reichen Fundus an technischem, geometrischem und astronomischem Wissen sch pften auch die folgenden Epochen. Dieses langanhaltende Interesse an den Inhalten der gromatischen Schriften ist der Grund f r ihre jahrhundertelange Persistenz. Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Frage nach der Transmission und Rezeption des gromatischen Wissens in den nachantiken Epochen. Eine historisch-kodikologische Analyse der ltesten erhaltenen Handschriften aus der Zeit zwischen 500 und 900 zeigt, dass jede Transkription mit einer Neukonfiguration einherging, an der die Schreiber als Agenten entscheidenden Anteil hatten. In einem selektiven Prozess des Exzerpierens, Kompilierens und Glossierens adaptierten sie Formen und Inhalte an neue Sinn- und Gebrauchshorizonte. Der historisch fundierte Blick auf das Wirken der mittelalterlichen Kompilatoren l sst die vielfach gebrochene berlieferungsgeschichte der r mischen Wissensliteratur zwischen Antike und Fr hmittelalter in einem neuen Licht erscheinen: nicht als anhaltende Serie von Irrt mern und Verlusten, sondern als dynamischen Prozess von Transfer und Transformation vor dem Hintergrund historischen Wandels. Diese grundlegende, epochen bergreifende Arbeit richtet sich gleicherma en an Altertumswissenschaftler.innen und Medi vist.innen. Sie bietet neue Erkenntnisse zu einem wichtigen Quellenbestand der vormodernen Geschichte und stellt einen methodisch innovativen Beitrag zur vormodernen berlieferungs- und Wissensgeschichte dar.