Das Spielfeld der Industriepolitik befindet sich im Wandel. Expandierende Subventionslinien und technologielenkende Eingriffe der ffentlichen Institutionen haben sich zu fest etablierten S ulen staatlichen Handelns in Deutschland und Europa entwickelt - Trendprognose: weiter steigend. Aber ein Interventionsstaat en gros, der die Wirkungsmacht der Marktkr fte begrenzt, kann weder den Industriestandort Deutschland noch den Alten Kontinent Europa erfolgreich durch die weltwirtschaftlichen und geostrategischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts man vrieren. Statt neuer Wohlstandsspielr ume scheinen Szenarien einer Deindustrialisierung am Horizont auf und eine Kultur der Relokation industrieller Wertsch pfung greift um sich. Das Herz der konomie im Land der Sozialen Marktwirtschaft hat seine Schlagfrequenz verlangsamt, mit retardierenden Effekten auf den gesamten Organismus. Die wirtschaftspolitische Frage, die sich angesichts des manifesten Vitalit tsverlustes der Industrie stellt, lautet: Wieviel Politik braucht die Industrie und welche? Der Autor beleuchtet sie aus realwirtschaftlicher, polit konomischer und ordnungspolitischer Perspektive.