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Kirjailija

Heinrich Mann

Kirjat ja teokset yhdessä paikassa: 266 kirjaa, julkaisuja vuosilta 1975–2026, suosituimpiin kuuluu Madame Legros I. Vertaile teosten hintoja ja tarkista saatavuus suomalaisista kirjakaupoista.

266 kirjaa

Kirjojen julkaisuvuodet: 1975–2026.

Professor Unrat

Professor Unrat

Heinrich Mann

FISCHER, S.
2004
sidottu
Die Geschichte des tyrannischen Gymnasialprofessors Raat, der in die Fänge der Barfußtänzerin Rosa Fröhlich gerät und beim verbotenen Glücksspiel seine bürgerliche Existenz verwirkt, machte Heinrich Mann über Nacht weltberühmt. Doch sie trug ihm auch Hass ein, denn: "obwohl es so scheinen mag, ist Professor Unrat nicht eine Randerscheinung der bürgerlichen Gesellschaft, sondern ihr ins Extreme gesteigerter Vertreter." Mit seinem Roman traf Heinrich Mann die Träger des Wilhelminischen Reichs in ihrem Nerv.
Die Göttinnen

Die Göttinnen

Heinrich Mann

FISCHER, S.
2003
sidottu
Heinrich Manns "Die Göttinnen" erzählt von der Herzogin von Assy, die ihr Leben nacheinander der Freiheit, der Schönheit und der Liebe verschreibt. Sie ist eine außerordentliche Frau, eine sich selbst genießende Spielerin, die die Geschichte von Liebe und unerfüllter Sehnsucht bedingungslos und ungestüm erlebt, die bis zum letzten Atemzug bereit ist, Neues zu probieren. Sie führt ein ungebundenes, heidnisch-sinnliches Abenteuerleben und sehnt sich doch nur danach, nicht allein zu sein. "Die Göttinnen" wird 100 Jahre alt. Birgit Vanderbeke schreibt für die Neuausgabe ein Nachwort. ((Birgit Vanderbeke schreibt:)) "Das Buch stand zu Hause im Giftschrank. Als ich es mir dort ungenehmigt ausgeborgt hatte, merkte ich schnell: Dort gehörte es auch hin. Es war üppig wie Buttercremetorte, herrlich unanständig, und man wurde im Kopf so beschwipst wie nach Amaretto, der schließlich auch verboten war. Später lernte ich, dass das der dekadente Charme des Fin de si?cle ist. Noch später fing ich an, die Göttinnen besser zu kennen. Dann schmeckt es nicht mehr nur süß. Da kommen dann Heinrich Manns Witz und Schärfe durch, sein Vergnügen an der Vorstellung, 'mehrere Damen kreischen leise'. Heute ist mir, als seien sie alle drei, die junge Revoluzzerin, die spätere Kunstgläubige und die noch spätere Erotomanin, selbst von ihrem Autor ein wenig verkannt worden und als ahnte er unterschwellig das eigentliche, das wirklich beunruhigende Geheimnis seiner Violante, das indes den ganzen Roman ansteckt: 'Sie lachte laut auf, darauf fiel er lang auf den Teppich.'"Birgit Vanderbeke über "Die Göttinnen"
Margot

Margot

Heinrich Mann

FISCHER Taschenbuch
2002
pokkari
Die Nacht zum 24. August 1572 war eine Nacht des Terrors. Katharina von Medici ließ in Paris 2000 Hugenotten ermorden, in den folgenden Wochen wurden weitere 20.000 umgebracht. Heinrich Mann beschreibt in seinem historischen Roman, den er Mitte der 30er Jahre des vergangenen Jahrhunderts verfasst hat, das korrupte, von Intrigen und Machtkämpfen beherrschte Hofleben: Anspielungen auf die Gegenwart Heinrich Manns, auf das nationalsozialistische Terrorregime sind deutlich erkennbar. "Margot", ein Kapitel aus der Lebensgeschichte des Königs Henri IV., ist ein Aufruf zur Menschlichkeit, die dem Terror gegenübergestellt wird. Heinrich Mann wollte in einer Zeit des Krieges und des Exils, "dass Deutsch und Französisch sich dies eine Mal durchdrängen. Davon erhoffte ich immer das beste für die Welt."
The Loyal Subject

The Loyal Subject

Heinrich Mann

Continuum International Publishing Group Ltd.
1997
pokkari
Published in 1918, Der Untertan by Heinrich Mann (1871-1950) - previously issued in the United States only in parts under the title "Man of Straw" - is a satirical novel that connects the tradition of nineteenth-century German literature with the larger problems faced on the eve of the Nazi era. This edition of The Loyal Subject is introduced and edited by Helmut Peitsch. The translation is adapted, with new portions translated by Daniel Theisen.
Der Untertan

Der Untertan

Heinrich Mann

S Fischer Verlag GmbH
1997
pokkari
Erstaunlich ist die Entstehungszeit des Romans (1906-1914): Die Krankengeschichte des Hohenzollern-Reiches ist also - was wesentlich leichter nachvollziehbar gewesen wäre - kein Obduktionsbericht, sie wurde verfaßt, als der Patient sich dem Anschein nach bei bester Gesundheit befand. Nur, der diagnostische Blick Heinrich Manns reichte tiefer. Heinrich Manns >Untertan< ist der große satirische Gesellschafts- und Zeitroman in deutscher Sprache. Bis heute sind Heinrich Manns Befunde, wenn es um das Wesen des deutschen Spießers geht, nicht überholt. Zuerst ließ Heinrich Mann diesen Roman in Fortsetzungen in einer Kulturzeitschrift erscheinen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Vorabdruck abgebrochen. Zur ersten Buchausgabe schrieb Kurt Tucholsky: ? Dieses Buch Heinrich Manns, heute, gottseidank, in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit. Leider: es ist der deutsche Mann schlechthin gewesen; wer anders war, hatte nichts zu sagen, hieß Vaterlandsverräter und war kaiserlicherseits angewiesen, den Staub des Landes von den Pantoffeln zu schütteln. [...] Ein Stück Lebensgeschichte eines Deutschen wird aufgerollt: Diederich Heßling, Sohn eines kleinen Papierfabrikanten, wächst auf, studiert und geht zu den Korpsstudenten, dient und geht zu den Drückebergern, macht seinen Doktor, übernimmt die väterliche Fabrik, heiratet reich und zeugt Kinder. Aber das ist nicht nur Diederich Heßling oder ein Typ. Das ist der Kaiser, wie er leibte und lebte. Das ist die Inkarnation des deutschen Machtgedankens da ist einer der kleinen Könige, wie sie zu Hunderten und Tausenden in Deutschland lebten und leben, getreu dem kaiserlichen Vorbild, ganze Herrscherchen und ganze Untertanen. [...] Denn diese beiden Charaktereigenschaften sind an Heßling, sind am Deutschen auf das subtilste ausgebildet: sklavisches Unterordnungsgefühl und sklavisches Herrschaftsgelüst.? (1919)
Die Armen

Die Armen

Heinrich Mann

S. Fischer Verlag
1995
pokkari
Bei dem Roman :Die Armen9 handelt es sich um die unmittelbare Fortsetzung des :Untertan9. Im :Untertan9 beschreibt Heinrich Mann de Werdegang von Diederich Heßling als typischem Vertreter der Bürgerwelt im Kaiserreich. Zum Teil mit demselben Personal schildert Heinrich Mann jetzt die Heßling-Welt aus der Sicht des Proletariats, das den durch Lug, Trug, Raffgier und vor allem durch Ausbeutung der Arbeiter in der Papierfabrik erwirtschafteten Wohlstand des mittlerweile Geheimen Kommerzienrats Heßling erst möglich macht. Rudolf Leonhard schrieb 1917 beim Erscheinen der Erstausgabe im Berliner Börsen-Courier: "Dieser Roman ist die stärkste Konzentration der Gegenwart; für spätere Historiker das sicherste Dokument einer Epoche, die für Deutschland die wilhelminische heißen wird. Hier hat sie, die noch besteht, einen Spiegel. Und der Spiegel zeigt nicht nur, sondern urteilt. (...) Wir jungen Leser aber hören die Zukunft aus diesem Buche, alles, was wir wollen. Einzelnes sogar wie der Zusammenschluß der geistigen und der proletarischen Jugend - bei Heinrich Mann steht es immer schon." Hermann Hesse meinte: "Eine Räubergeschichte, mit der alten konstruktiven Kraft Manns aufgebaut, an vielen Stellen von seinem atemlosen Temperament beflügelt, da und dort gespenstisch beleuchtet von seiner alten wilden Freude an der Karikatur."
Professor Unrat

Professor Unrat

Heinrich Mann

FISCHER, S.
1994
sidottu
Die Geschichte des tyrannischen Gymnasialprofessors Raat, der in die Fänge der Barfußtänzerin Rosa Fröhlich gerät und beim verbotenen Glücksspiel seine bürgerliche Existenz verspielt, machte Heinrich Mann über Nacht weltberühmt. Doch Mann trug sich auch Hass ein, denn, wie er selbst sagte: "Obwohl es so scheinen mag, ist Professor Unrat nicht eine Randerscheinung der bürgerlichen Gesellschaft, sondern ihr ins Extreme gesteigerter Vertreter." Mit seinem Roman traf Heinrich Mann die Träger des Wilhelminischen Reichs in ihrem Nerv.
Die Vollendung des Königs Henri Quatre

Die Vollendung des Königs Henri Quatre

Heinrich Mann

Rowohlt Taschenbuch Verlag
1994
pokkari
Mit der Lebensgeschichte Heinrichs IV., des populärsten Königs der Franzosen, krönt Heinrich Mann sein Werk. Dieser bedeutende historische Roman in zwei Teilen stellt, historisch repräsentativ und psychologisch meisterhaft, den unübertroffenen Versuch dar, ein "wahres Gleichnis" zwischen Geist und Tat zu entwerfen. Heinrich IV. scheitert letztendlich, er stößt an die Grenzen der historischen Umstände. Am Schluß des Romans richtet der Zufrühgekommene von einer Wolke herab eine Ansprache an sein Volk: "Fürchtet euch nicht vor den Messern, die man gegen euch zückt. Ich habe sie grundlos gefürchtet. Macht es besser als ich. Ich habe zu lange gewartet."
Die Jugend des Königs Henri Quatre

Die Jugend des Königs Henri Quatre

Heinrich Mann

Rowohlt Taschenbuch Verlag
1994
pokkari
Heinrich Manns monumentales Panorama vom Leben und Wirken Heinrichs IV zeigt den Konflikt, in dem sich der König befindet: ausgestattet mit der Macht, jedoch zur Güte neigend, ringt er um Einheit und Größe seiner Nation. Aufgewachsen in den Pyrenäen, lernt er in Paris die Korruption am Hof und die Zerrissenheit des Landes kennen. Er kämpft an der Spitze der Hugenotten, überlebt die Bartholomäusnacht, wird gefangengenommen und konvertiert unter Zwang zum Katholizismus. Das Religiöse niedriger veranschlagend als den Sieg der Humanität, bekennt er sich nach der Flucht erneut zum Protestantismus. Die Religionskriege dauern an, sein Schwager Heinrich III. wird ermordet; der neue Thronfolger heißt Henri Quatre.
Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen

Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen

Heinrich Mann

S. Fischer Verlag
1994
pokkari
Der vorliegende Roman gilt als einer der wichtigsten von Heinrich Mann. Er erschien erstmalig im Jahre 1905 und schildert die makabre Geschichte eines professoralen Gymnasiastenschrecks, einer Spießerexistenz, die in später Leidenschaft einer Kleinstadtkurtisane verfällt und aus den gewohnten bürgerlichen Bahnen entgleist. Mit diesem Frühwerk, dessen Verfilmung mit Emil Jannings und Marlene Dietrich unter dem Titel 'Der blaue Engel' zu einem der wenigen wirklichen Welterfolge des deutschen Films wurde, gelang Heinrich Mann eine meisterhafte Karikatur der Wilhelminischen Zeit.
Der Atem

Der Atem

Heinrich Mann

Heinrich Mann, Studienausgabe in Einzelbänden (Taschenbuchausgabe)
1993
pokkari
Hans Mayer schrieb zu diesem letzten großen von Heinrich Mann vollendeten Roman: "Merkwürdig und schön ist es, wie Heinrich Mann in diesem reifen Alterswerk noch einmal die wichtigsten Motive seines Schaffens zusammenfügt: seine unvergleichliche Kunst in der Darstellung bedeutender und mutiger Frauengestalten; seine tiefe Liebe zur französischen Landschaft und Kultur; der unbeirrbare Humanismus als Erkenntnis bevorstehender neuer Formen der menschlichen Gesittung." Denn mit dem letzten Atemzug der Gräfin Traun war mit dem Kriegsausbruch auch dem alten Europa der Atem ausgegangen.
Die Jugend des Königs Henri Quatre

Die Jugend des Königs Henri Quatre

Heinrich Mann

S. Fischer Verlag
1991
pokkari
Während seiner ersten Frankreichreise (1893) begegnete Heinrich Mann dem Thema seines Lebens, das ihn vier Jahrzehnte beschäftigen sollte: die Lebensgeschichte von Henri Bourbon, König von Navarra, der - freilich um den Preis mehrfachen Konfessionswechsels - unter dem Herrschernamen Heinrich IV. zum großen Einiger Frankreichs wurde. Nachhaltiger noch als mit dem von ihm erlassenen Toleranzedikt von Nantes, mit dem er einen Ausgleich zwischen den Hugenotten und den Katholiken seines Reiches zu schaffen suchte, ging er mit der Sentenz in die Geschichtsbücher ein: "Paris ist eine Messe wert". Menschlichkeit ging ihm vor Doktrin. Heinrich IV. (1553-1610) war eingebunden in die frühe Phase der Aufklärung als Folge der kalvinistischen Reformation, ihm stand der Sinn wenig nach Gottesgnadentum, ihm ging es vielmehr darum, Frankreich zum "Vorposten der menschlichen Freiheiten" zu gestalten. Und jeder Franzose sollte es sich leisten können, am Sonntag "ein Huhn im Topf" zu haben. Zwar beginnt Heinrich Mann die Niederschrift dieses mehr als 1500 Seiten umfassenden, zweibändigen Romans noch vor seiner Flucht aus Berlin - die Heraufkunft der Nazis war bereits zu ahnen -, aber der überwiegende Teil dieses riesigen Werks entsteht im französischen Exil. In seinen Henri-Quatre-Romanen bedient sich Heinrich Mann des historischen Romans als Mittel der politischen Kritik. Die feudalistisch-reaktionäre, katholische "Liga", die mit Gewalt und Terror ihre Macht zu erhalten sucht, steht metaphorisch für die Nazis; einzelne Figuren im Roman tragen Züge von Hitler und Goebbels.
Die Vollendung des Königs Henri Quatre

Die Vollendung des Königs Henri Quatre

Heinrich Mann

FISCHER Taschenbuch
1991
pokkari
Während seiner ersten Frankreichreise (1893) begegnete Heinrich Mann dem Thema seines Lebens, das ihn vier Jahrzehnte beschäftigen sollte: die Lebensgeschichte von Henri Bourbon, König von Navarra, der - freilich um den Preis mehrfachen Konfessionswechsels - unter dem Herrschernamen Heinrich IV. zum großen Einiger Frankreichs wurde. Nachhaltiger noch als mit dem von ihm erlassenen Toleranzedikt von Nantes, mit dem er einen Ausgleich zwischen den Hugenotten und den Katholiken seines Reiches zu schaffen suchte, ging er mit der Sentenz in die Geschichtsbücher ein: "Paris ist eine Messe wert". Menschlichkeit ging ihm vor Doktrin. Heinrich IV. (1553-1610) war eingebunden in die frühe Phase der Aufklärung als Folge der kalvinistischen Reformation, ihm stand der Sinn wenig nach Gottesgnadentum, ihm ging es vielmehr darum, Frankreich zum "Vorposten der menschlichen Freiheiten" zu gestalten. Und jeder Franzose sollte es sich leisten können, am Sonntag "ein Huhn im Topf" zu haben. Zwar beginnt Heinrich Mann die Niederschrift dieses mehr als 1500 Seiten umfassenden, zweibändigen Romans noch vor seiner Flucht aus Berlin - die Heraufkunft der Nazis war bereits zu ahnen -, aber der überwiegende Teil dieses riesigen Werks entsteht im französischen Exil. In seinen Henri-Quatre-Romanen bedient sich Heinrich Mann des historischen Romans als Mittel der politischen Kritik. Die feudalistisch-reaktionäre, katholische "Liga", die mit Gewalt und Terror ihre Macht zu erhalten sucht, steht metaphorisch für die Nazis; einzelne Figuren im Roman tragen Züge von Hitler und Goebbels.
Der Untertan

Der Untertan

Heinrich Mann

S. Fischer Verlag
1991
pokkari
Erstaunlich ist die Entstehungszeit des Romans (1906-1914): Die Krankengeschichte des Hohenzollern-Reiches ist also - was wesentlich leichter nachvollziehbar gewesen wäre - kein Obduktionsbericht, sie wurde verfaßt, als der Patient sich dem Anschein nach bei bester Gesundheit befand. Nur, der diagnostische Blick Heinrich Manns reichte tiefer. Heinrich Manns >Untertan< ist der große satirische Gesellschafts- und Zeitroman in deutscher Sprache. Bis heute sind Heinrich Manns Befunde, wenn es um das Wesen des deutschen Spießers geht, nicht überholt. Zuerst ließ Heinrich Mann diesen Roman in Fortsetzungen in einer Kulturzeitschrift erscheinen. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde der Vorabdruck abgebrochen. Zur ersten Buchausgabe schrieb Kurt Tucholsky: "Dieses Buch Heinrich Manns, heute, gottseidank, in aller Hände, ist das Herbarium des deutschen Mannes. Hier ist er ganz: in seiner Sucht zu befehlen und zu gehorchen, in seiner Roheit und in seiner Religiosität, in seiner Erfolgsanbeterei und in seiner namenlosen Zivilfeigheit. Leider: es ist der deutsche Mann schlechthin gewesen; wer anders war, hatte nichts zu sagen, hieß Vaterlandsverräter und war kaiserlicherseits angewiesen, den Staub des Landes von den Pantoffeln zu schütteln. (...) Ein Stück Lebensgeschichte eines Deutschen wird aufgerollt: Diederich Heßling, Sohn eines kleinen Papierfabrikanten, wächst auf, studiert und geht zu den Korpsstudenten, dient und geht zu den Drückebergern, macht seinen Doktor, übernimmt die väterliche Fabrik, heiratet reich und zeugt Kinder. Aber das ist nicht nur Diederich Heßling oder ein Typ. Das ist der Kaiser, wie er leibte und lebte. Das ist die Inkarnation des deutschen Machtgedankens da ist einer der kleinen Könige, wie sie zu Hunderten und Tausenden in Deutschland lebten und leben, getreu dem kaiserlichen Vorbild, ganze Herrscherchen und ganze Untertanen. (...) Denn diese beiden Charaktereigenschaften sind an Heßling, sind am Deutschen auf das subtilste ausgebildet: sklavisches Unterordnungsgefühl und sklavisches Herrschaftsgelüst." (1919)
Im Schlaraffenland

Im Schlaraffenland

Heinrich Mann

S Fischer Verlag GmbH
1988
pokkari
Mit seinem 1900 erschienenen Roman Im Schlaraffenland legte Heinrich Mann seine erste erfolgreiche Talentprobe als Schriftsteller ab. In diesem Buch über die Korrumpierbarkeit verarbeitete er Erfahrungen aus seinem ersten Berliner Aufenthalt - er arbeitete damals als Volontär im S. Fischer Verlag und studierte gleichzeitig als Gasthörer an der Universität - und vor allem seine Leseerfahrungen bei den Franzosen, da wieder besonders Balzac, Anatole France und Maupassant (Bel ami) . Ein Modell des bürgerlichen, kritisch-satirischen Romans des 19. Jahrhunderts wird noch einmal musterhaft gestaltet: das Eindringen eines Außenseiters und Emporkömmlings in die Welt des Reichtums und der Macht. Wie bei Balzac (Illusions perdues) bestimmt das Zusammenspiel von Kunstbetrieb, Zeitungsfeuilleton und Kommerz das Schicksal eines von sozusagen reinem Dichtertum träumenden, aber schwachen und für Wohlleben anfälligen Helden, der während seines Aufstiegs und seines Falls Einblick bekommt in die Mechanismen einer Gesellschaft, deren einziges Bindeglied das Geld mit seinen Möglichkeiten ist. Neben anderen Ergötzlichkeiten findet sich in diesem Buch auch der karikierende Premierenbericht über das pseudorevolutionäre Drama "Rache", worin unverhohlen Gerhart Hauptmann persifliert wird. Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung dieses Buches schrieb Heinrich Mann an Alfred Kantorowicz: "Mit 20 konnte ich gar nichts. Gegen 30 lernte ich an meinem Schlaraffenland die Technik des Romans." Der literarische Chronist des Kaiserreichs war geboren.
Ein Zeitalter wird besichtigt

Ein Zeitalter wird besichtigt

Heinrich Mann

S. Fischer Verlag
1988
pokkari
In der damaligen DDR zirkulierte dieses Buch bereits in mehreren zehntausend Exemplaren, bevor es erstmals Mitte der siebziger Jahre in der Bundesrepublik publiziert wurde - dreißig Jahre nach Abschluß des Manuskripts, "am Siebenzehnten nach dem D-day", der Landung der Alliierten in der Normandie 1944. Als Konterbande war die Edition des Aufbau-Verlags natürlich auch im Westen bekannt, zumal der ostdeutsche Literaturwissenschaftler Walter Dietze Heinrich Manns Aufzeichnungen aus den Jahren 1941 bis 1944 zu den "bedeutendsten Autobiographien unseres Jahrhunderts" zählte. Autobiographie ist freilich eine unzureichende Bezeichnung. Heinrich Mann greift in seinem Erinnerungsbuch Ein Zeitalter wird besichtigt weit über seine eigenen Lebensdaten hinaus. Er spannt den Bogen von der französischen Aufklärung (während der er vielleicht selbst gern gelebt hätte) bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs, vom Aufstieg bis zum Fall des Bürgertums.