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Sigmund Freud

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1 311 kirjaa

Kirjojen julkaisuvuodet: 1920–2027.

Das Unbehagen in der Kultur

Das Unbehagen in der Kultur

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1994
pokkari
Im Nachwort zu seiner "Selbstdarstellung" schrieb Freud 1935 im Hinblick aufseine in den Jahren davor erschienenen kulturtheoretischen Schriften: "Nach dem lebenslangen Umweg über die Naturwissenschaften, Medizin und Psychotherapie war mein Interesse zu jenen kulturellen Problemen zurückgekehrt, die dereinst den kaum zum Denken erwachten Jüngling gefesselt hatten." Diese Feststellung schien einen Eindruck der Zeitgenossen zu bestäti-gen: Freud sei auf einmal, aus Altersweisheit, auf die Kultur gekommen. Dieser Eindruck trügt. Freud war als Wissenschaftler von Anfang an immer auch mit gesellschaftlichen Phänomenen beschäftigt gewesen. Alfred Lorenzer und Bernard Görlich stellen in ihrer gedankenreichen Einleitung fest: "Das >hysterische< Unglück (...) ist (...) eingebunden in einen ganz bestimmten kulturellen Zusammenhang (...). Was dem analytisch Verstehenden zu Ohren kommt. Ist die Darstellung eines Leidenszusammenhangs, in dem Bedürfnisse, Wünsche, intime Lebensentwürfe auf der einen, Normen, Gebote und Verbote auf der anderen Seite miteinander in Widerstreit geraten sind. Diese Konfliktstruktur zieht von vornherein die soziokulturelle Dimension ins Spiel (...)." Wer die Schriften des vorliegenden Bandes studiert, wird nachvollziehen kön-nen, wie sich Freuds Auffassung von der Wechselwirkung Individuum/Kultur im Laufe der Jahrzehnte differenzierte. Gemeinsam ist allen Arbeiten die These vom Antagonismus zwischen Kultur und Triebleben. Während in den frühen Arbeiten dieser Antagonismus noch als vorwiegend den Sexualtrieb betreffendes Gegeneinander von Luststreben und moralischem Verbot konzipiert wird, hat Freud später den Brennpunkt mehr und mehr auf den Aggressions- und Selbst-vernichtungstrieb gerichtet. Diese Verlagerung begründet die staunenswerte Aktualität des Freudschen kulturtheoretischen Denkens in unserer Zeit.
Schriften über Liebe und Sexualität

Schriften über Liebe und Sexualität

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1994
pokkari
Die Aufsätze dieses Bandes dokumentieren Freuds lebenslange Auseinandersetzung mit den einst in den Drei Abhandlungen dargelegten Auffassungen über Liebe und Sexualität. Anhand neuen klinischen Materials hat er sie immer wieder in fundamentaler Weise in Frage gestellt, unermüdlich revidiert und korrigiert. Um nur drei dieser Neuerungsbereiche zu erwähnen: erst allmählich konnte er die auf den ersten Blick abenteuerlich anmutenden Sexualtheorien der Kinder entdecken; zeitgemäße eigene Voreingenommenheit hinderte ihn lange daran, die Besonderheiten der weiblichen Sexualentwicklung ins Auge zu fassen und seine Vorstellung von der Frau als penislosem Mängelwesen zu relativieren; mehr und mehr sah er sich veranlaßt, biologische und kulturtheoretische Überlegungen einzubeziehen, um die Tatsache des verbreiteten Unglücks in den menschlichen Sexual- und Liebesbeziehungen verstehbar zu machen. Was Freud in den verschiedenen Aufsätzen dieses Bandes jeweils ganz neu formulierte - , trug er in einem permanenten Werkdialog in die nachfolgenden Auflagen der Drei Abhandlungen ein.
Der Moses des Michelangelo

Der Moses des Michelangelo

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1993
pokkari
Freuds Beziehung zur Kunst ist nicht das Überbleibsel schöngeistiger Gymnasiastenschwärmereien oder bildungsbürgerliche Konvention. Vielmehr hat er, wie der renommierte Freud-Forscher und Kulturhistoriker Peter Gay in der Einleitung zeigt, die Künstler schon früh als unentbehrliche intellektuelle Helfer auf dem Wege zur Entdeckung des Unbewußten aufgefaßt. In voller Absicht gab er dem Kernkomplex der Neurosen bzw. dem unumgänglichen Durchgangsstadium in der seelischen Entwicklung eines jeden Menschen den mythologisch-literarischen Namen ? Ödipus-Komplex?. Denn Freud war davon überzeugt, daß bereits Sophokles in der äußersten Verdichtung seiner Tra-gödie die kindliche Liebe bzw. den kindlichen Haß gegenüber den Elternfiguren dargestellt habe - ebenso sei Shakespeares >HamletFaust< oder in Dostojewskis >Brüder Karamasoff< ?die unvergleichliche Stärke der ersten affektiven Bindungen des Menschenkindes? vorgeführt. In gewissem Sinne hat sich Freud also als Nacharbeiter der großen Künstler gesehen: was diese vorbewußt immer schon erahnten, hat er in die rationale Sprache der Wissenschaft gefaßt und voll bewußtgemacht. Die in diesem Band versammelten Schriften, darunter essayistische Glanzstücke, überraschen durch die Vielfalt der Gesichtspunkte. Nicht nur werden bestimmte Kunstwerke interpretiert - etwa die Moses-Statue des Michelangelo, die einen anderen Moses verkörpere als den jähzornigen der biblischen Überlieferung -, auch einzelne Künstler werden vorsichtig biographisch-analytischer Betrach-tung unterzogen - beispielsweise Dostojewski mit seiner Spielerleidenschaft; wo Diskretionsrücksichten die Veröffentlichung klinischen Materials ausschlössen, konnte Freud neu entdeckte Mechanismen überzeugend an literarischen Figuren demonstrieren, so den Typen des ?am Erfolge Scheiternden? an Shakespeares Lady Macbeth oder Ibsens Rebekka West, oder aber er illustrierte die besonderen Bedingungen dafür, daß wir etwas als ?unheimlich? empfinden, an E. T. A. Hoffmanns Erzählung >Der Sandmann< durch den Vergleich mit dem Spiel des Kindes und dem Tragträumen des Erwachsenen gewinnt Freud schließlich tiefe Einblicke in die Gesetzmäßigkeiten des künstlerischen Produzierens überhaupt. In löblicher Selbstentscheidung hat er sich übrigens nie angemaßt, etwas über die >formalen< Aspekte von Kunst aussagen zu können.
Bruchstück einer Hysterie-Analyse

Bruchstück einer Hysterie-Analyse

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1993
pokkari
Das :Bruchstück einer Hysterie-Analyse9 - der 1901 verfaßte Bericht über die Behandlung des achtzehnjährigen Mädchens mit dem Pseudonym "Dora" - wurde 1905 veröffentlicht. Es handelt sich um die erste der sechs großen Krankengeschichten Freuds. "Bruchstück" - weil die Patientin die Analyse vorzeitig abbrach. So gesehen, ist es die Geschichte eines Scheiterns. In theoretischer Hinsicht bildet das Werk eine Brücke zwischen Freuds bei-den revolutionärsten Büchern, der :Traumdeutung9 und den :Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie9. Im Mittelpunkt der Analyse stehen zwei Träume, auf die Freud seine neu erworbene Deutungskunst virtuos anwendet; ande-rerseits entwickelt er Hypothesen über das sexuell-organische Fundament der Erkrankung, über erogene Körperzonen und das Phänomen der Bisexualität. Die selbstkritische Untersuchung der Gründe für den Behandlungsabbruch führte Freud zu der Einsicht, er habe die 'Übertragung' nicht hinreichend beachtet; so gelingt ihm als zusätzlicher theoretischer Gewinn die weitere Präzisierung dieses Kernbegriffs, der noch heute im Zentrum jeder psychoanalytischen Psychotherapie steht. Das eigentlich Zeitlose an dieser Krankengeschichte ist aber, wie Stavros Mentzos in seinem gedankenreichen Nachwort zeigt, des Schriftstellers Freud meisterliche Schilderung jenes spezifisch "Hysterischen" an seiner Patientin - ihrer sprechenden Symptome, ihrer theatralischen unbewußten Inszenierungen, des flirrend Scheinhaften ihrer Gefühle. Der Leser wird gleichsam zum Zuschauer eines dramatischen erotisierten Bühnenspiels mit rasch wechselnden Zwei- und Drei-Personen-Konstellationen.
Massenpsychologie und Ich-Analyse/Die Zukunft einer Illusion
Nach >Totem und Tabu< (1912/13) hatte Freud eine Zeitlang keinen größeren kulturhistorischen Beitrag mehr veröffentlicht. Die Erschütterung des Ersten Weltkriegs und die dadurch beschleunigten politischen Umbrü-che in Europa haben dann offenbar sein Nachdenken über gesellschaftliche Phänomene erneut angefacht. Die beiden im vorliegenden Band zusammengefaßten berühmten Essays erschienen 1921 und 1927. Zupackend und unbefangen wendet Freud hier sein individualpsychologisches Wissen auf Kollektiverscheinungen an. Bei der Analyse jener spezifischen seelischen Veränderungen, denen der einzelne unterliegt, sobald er Teil einer Masse wird - Affektsteigerung, Denkhemmung, hochgradiger Beeinflußbarkeit-, kommen Freud seine frühen Forschungen über Suggestion und Hypnose ebenso zugute wie die inzwischen aus der klinischen Arbeit gewonnenen Einblicke in Identifizierungs- und Triebschicksale. Noch unmittelbarer, aber auch polemischer parallelisiert er in der anderen, der reli-gionspsychologischen Arbeit beide Sphären: in der Entwicklung der Menschheit sei die Religion einer Kindheitsneurose vergleichbar, die - so prognostiziert er vernunftgläubig - zugunsten rationaler Wissenschaft eines Tages "mit der schicksalsmäßigen Unerbittlichkeit eines Wachstumsvorganges" überwunden werde. Reimut Reiche zeigt in seiner so einfühlsamen wie souverän-kritischen Einleitung, worin die stupende Originalität dieser beiden Schriften besteht und was, gemäß moderner Kriterien, ihre Unzulänglichkeit ausmacht. Überdies führt er dem Leser vor Augen, was aus Freuds kulturanalytischem Projekt geworden ist, seit seinem Tode bis heute.
The Correspondence of Sigmund Freud and Sándor Ferenczi

The Correspondence of Sigmund Freud and Sándor Ferenczi

Sigmund Freud; Sándor Ferenczi

Harvard University Press
1993
sidottu
The young psychiatrist from Budapest had studied medicine in Vienna, he had read The Interpretation of Dreams, and now he was about to meet its author. Seventeen years Sigmund Freud's junior, Sándor Ferenczi (1873-1933) sent off a note anticipating the pleasure of the older man's acquaintance--thus beginning a correspondence that would flourish over the next twenty-five years, and that today provides a living record of some of the most important insights and developments of psychoanalysis, worked out through the course of a deep and profoundly complicated friendship. This volume opens in January of 1908 and closes on the eve of World War I. Letter by letter, a "fellowship of life, thoughts, and interests" as Freud came to describe it, unfolds here as a passionate exchange of ideas and theories. Ferenczi's contribution to psychoanalysis was, Freud said, "pure gold," and many of the younger man's notions and concepts, proposed in these letters, later made their way into Freud's works on homosexuality, paranoia, trauma, transference, and other topics. To the two men's mutual scientific interests others were soon added, and their correspondence expanded in richness and complexity as Ferenczi attempted to work out his personal and professional conflicts under the direction of his devoted and sometimes critical elder colleague. Here is Ferenczi's love for Elma, his analysand and the daughter of his mistress, his anguish over his matrimonial intentions, his soliciting of Freud's help in sorting out this emotional tangle--a situation that would eventually lead to Ferenczi's own analysis with Freud. Here is Freud's unraveling relationship with Jung, documented through a heated discussion of the events leading up to the final break. Amid these weighty matters of heart and mind, among the psychoanalytic theorizing and playful speculation, we also find the lighter stuff of life, the talk of travel plans and antiquities, gossip about friends and family. Unparalleled in their wealth of personal and scientific detail, these letters give us an intimate picture of psychoanalytic theory being made in the midst of an extraordinary friendship.
Hemmung, Symptom und Angst

Hemmung, Symptom und Angst

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1992
pokkari
Die Angst ist ein Grundphänomen der conditio humana; "jeder von uns hat diese Empfindung, oder richtiger gesagt, diesen Affektzustand irgend einmal aus eigenem kennengelernt", bemerkte Freud in seinen >Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse
Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten / Der Humor
Freud hatte bereits als junger Nervenarzt begriffen, daß er aus der Untersuchung sozusagen normaler seelischer Alltagserscheinungen viel über die menschliche Psychopathologie lernen könne. Als solche Schlüsselphänomene erkannte und analysierte er Traum, Fehlleistung und Witz. Allen drei Bereichen hat er eigene Bücher und Abhandlungen gewidmet. Im Unterschied zur :Traumdeutung9 und zur :Psychopathologie des Alltagslebens9 nimmt das Buch über den Witz indessen im Oeuvre wie in der Freud-Rezeption eher eine Abseits-position ein. Und obwohl es dank seiner Fülle von Witzen und humoristischen Anekdoten eine kurzweilige Lektüre bietet, gehört es auch nicht zu den meistgelesenen Texten des Begründers der Psychoanalyse. In mancherlei Hinsicht ist es als ein in seiner Dichte und Vieldimensionalität besonders typisches Freud-Werk erst noch zu entdecken. Das Erzählen von Witzen ist ein Merkmal der Erwachsenenwelt. In der Eupho-rie des spontanen Lachens erkennt Freud einen momentanen Widerschein unse-res vergangenen Kinderglücks. Denn der Witz erlaubt es uns, für Augenblicke uns vom Verdrängungsdruck der Kultur zu befreien. Imaginativ dürfen sexuelle und aggressive Triebwünsche kurzfristig ungebremst zum Ziel gelangen: Feinde, Schwächere, Fremde werden mitleidslos attackiert, Autoritäten der Lä-cherlichkeit ausgeliefert, sexuelle Tabus gebrochen. Freud befaßt sich aber nicht nur mit dieser den Witz charakterisierenden Affektdynamik zwischen rebellischer Widerständigkeit und Resignation sowie den verschiedenen Witztypen. Auch die verwandten Phänomene des Komischen, des Spiels, der Karikatur, der Parodie, des Scherzes und des Humors werden beleuchtet. Wie seinerzeit bei der Entschlüsselung der Traumsprache, bewährt sich Freuds linguistisches Genie an der Analyse der 'formalen' Merkmale der Witz-Ästhetik und Witz-Rhetorik. So gesehen, erscheinen Witze als äußerst fragile Gebilde, deren Wirkung sich beim geringsten Wechsel der Ausdrucksmittel rasch verflüchtigen kann und auf Kürze, Verdichtung, Doppelsinn angewiesen bleibt. In seiner erhellenden Einleitung beschreibt der renommierte Freud-Forscher Peter Gay u.a. die Rolle von Witz und Humor in Freuds persönlichem Leben und Stil.
Om psykoanalyse. Om drømmen

Om psykoanalyse. Om drømmen

Sigmund Freud

Gyldendal
1992
nidottu
Psykoanalysen havde allerede en snes år på bagen, da Sigmund Freud (1856-1939) for første gang blev oversat til dansk i 1920. Det var digteren Otto Gelsted, som under titlen "Det ubevidste" havde samlet Freuds introducerende forelæsninger fra USA-turnéen 1909, Om psykoanalyse, og hans populærer fremstilling af drømmeteorien fra 1901, Om drømmen. De to små skrifter er stadig en fremragende introduktin til det ubevidstes psykologi - og en god opvarmning til Freuds store forfatterskab, som ingen bør snyde sig sig for.
The Letters of Sigmund Freud to Eduard Silberstein, 1871-1881
When Sigmund Freud was nearly seventy and reflecting upon his life, he noted in Selbstdarstellung that during his youth he was consumed with a passion for knowledge that had more to do with human relationships than with natural objects. This collection of nearly eighty letters, written by Freud to his boyhood chum Eduard Silberstein, attests to that earlier, more whimsical life and to the existence of a deeply sensitive, observant youth. The letters were composed over a period of ten years during which Freud and Silberstein attended secondary school and later the university in Vienna. They are the earliest primary source available on Freud's childhood and the only surviving documentation of his adolescence. Written in a witty, playful, and sometimes sanctimonious style, the letters bring to light a panoply of public and private interests: Freud's attitudes toward Bismarck and social democracy, his philosophical studies and professional leanings, as well as the innocent assault of first love, his earliest sexual stirrings, and his musings on the differences between men and women. What emerges in these letters is the special nature of this adolescent friendship, which was characterized by its own private mythology, code, and membership in an exclusive secret society invented by the two young correspondents. These letters sketch a unique portrait of Freud's youth. They will be a rich resource for scholars and all those interested in Sigmund Freud's formative years.
Totem und Tabu

Totem und Tabu

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1991
pokkari
:Totem und Tabu9 (1912/13) ist Freuds erstes großes kulturtheoretisches Werk, in dem er psychopathologische und ethnologische Kategorien in Analogie setzt und :Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wil-den und der Neurotiker9 herausarbeitet. Das Buch gehörte zeitlebens zu des Autors Lieblingstexten und wurde von Thomas Mann als ein "allen großen Beispielen deutscher Essayistik verwandtes und zugehöriges Meisterstück" bezeichnet. Zumal im vierten Essay entfaltet Freud eine kühne spekulative Theorie über die Anfänge der Kultur, indem er die Entstehung von Schuldgefühl und Inzesttabu auf traumatische Vorgänge in der prähistorischen Familie zurückführt: den von der Brüderhorde am Urvater begangenen Mord. In seiner gedankenreichen Einleitung schildert der Ethnopsychoanalytiker Mario Erdheim die zeitgeschichtlichen und biographischen Umstände, unter denen :Totem und Tabu9 entstanden ist, und skizziert die Rezeption des Buches sowie die fundamentale Kritik, die aus den Reihen der Kulturanthropologen an ihm geübt wurde. Aber anstatt das Buch als überholt zu verwerfen, regt Erdheim den Leser zu einer gänzlich neuen - "ent-exotisierenden" - Lektüre an: Freuds Pionierleistung bestehe nicht allein darin, dem von ihm entdeckten Unbewußten erstmals in kulturellen und gesellschaftlichen Strukturen nachgespürt zu haben - :Totem und Tabu9, aus einem modernen Blickwinkel gelesen, werfe vielmehr auch helles Licht auf die Entstehung von Institutionen in der Gegenwart, auf Gewalt, Herrschaft, Rebellion in unserer eigenen Gesellschaft, sogar auf die Art und Weise des nachträglichen Umgangs mit den Verbrechen des Nationalsozialismus. "Nicht von den Wilden dort, sondern von den Wilden hier ... handelt die Geschichte."
Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse
Die Sammlung präsentiert das Lebenswerk des Begründers der Psychoanalyse breiten Leserschichten in neuer Gliederung und Ausstattung. Sie löst sukzessive die früheren Taschenbuchausgaben der Schriften Sigmund Freuds ab. Erstmals werden auch die Bereiche Behandlungstechnik und Krankheitslehre sowie einige voranalytische Schriften einbezogen. Zeitgenössische Wissenschaftler haben Begleittexte verfaßt; sie stellen Verbindungen zur neueren Forschung her, gelangen zu einer differenzierten Neubewertung des Freudschen Oeuvres und beschreiben dessen Fortwirkung in einem weiten Spektrum der intellektuellen Moderne.
Studien über Hysterie

Studien über Hysterie

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1991
pokkari
Die :Studien über Hysterie9 (1895) sind sozusagen das Keimbuch der Psychoanalyse. Zwar waren das eigentlich psychoanalytische Behandlungsverfahren des freien Einfalls und die Theorie der Verdrängung noch nicht entwickelt - Fortschritte, die Freud erst später, nach der Trennung von Breuer, vollzog -, aber die Keime zu diesen Neuerungen sind in den Studien leicht zu entdecken. Mittels der sogenannten "kathartischen Methode" hatten beide Autoren revolutionäre Einblicke in den Zusammenhang zwischen Lebensgeschichte und neurotischem Krankheitsgeschehen gewonnen und erstmals das theoretisch wie therapeutisch überragend wichtige Phänomen der Übertragung erkannt. An-hand berühmter Krankengeschichten - Anna O., Emmy v. N., Katharina u. a. -, von denen Freud selbst meinte, sie läsen sich wie Novellen, kann der Leser die Arbeit der beiden Forscher Schritt für Schritt nachvollziehen. Der renommierte Hysterie-Forscher Stavros Mentzos schildert in seiner Einlei-tung, wie der Begriff der Hysterie sich in den mehr als hundert Jahren, die seit Erscheinen der Studien vergangen sind, allmählich zur Beschreibung eines bestimmten, um ödipale Konflikte zentrierten Krankheitsbildes verengte und mit dem Verschwinden dieses Bildes unbrauchbar zu werden drohte. Mentzos plädiert dafür, "Hysterie" nicht als ein nosologisches Etikett, sondern als Bezeichnung einer nach wie vor weit verbreiteten spezifischen Art der Konfliktverarbeitung zu benutzen, eben jener theatralischen unbewußten Inszenierungen, die schon im Altertum aufgefallen waren. Aus diesem Blickwinkel gelesen, erweist sich die in den :Studien9 von Breuer und Freud vertretene Hysterie-Auffassung als staunenswert modern.
Vorlesungen zur Einfuhrung in die Psychoanalyse

Vorlesungen zur Einfuhrung in die Psychoanalyse

Sigmund Freud

S Fischer Verlag GmbH
1991
pokkari
Sigmund Freud hat seine >Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse< während des Ersten Weltkriegs in zwei Wintersemestern, 1915/16 und 1916/17, vor Hörern verschiedener Fakultäten an der Universität Wien gehalten. Es handelt sich um die einzigen Kollegunterlagen, die von seiner Universitätstätigkeit überliefert sind. Die Texte der beiden ersten Teile schrieb er meist unmittelbar nach der jeweiligen Vorlesungsveranstaltung nieder, den dritten Teil hingegen verfaßte er im voraus. 1916 und 1917 veröffentlichte er die ganze Sammlung in drei Lieferungen. Freud hat nie ein eigentliches Lehrbuch geschrieben. Doch kommen die >Vorlesungen< einer solchen großen didaktischen Zusammenfassung zweifellos am nächsten. Die von ihm entdeckten Grundgesetze seelischen Geschehens, zumal des unbewußten, werden anhand der drei klassischen Forschungsfelder der Psychoanalyse - der Fehlleistungen, der Träume und der neurotischen Symptome - Schritt für Schritt, mittels vieler Vergleiche, Anekdoten und Vignetten aus Krankengeschichten, erläutert. Dabei leuchtet der Charme, der Freuds Vor-lesungsstil gekennzeichnet haben soll, auch in der gedruckten Prosa auf: der Duktus des Dialogs mit dem Hörer von damals belebt noch den Leser von heute. Tatsächlich sind die >Vorlesungen< als wichtigste Einführung in sein Denken nach wie vor das meistgelesene Werk des Begründers der Psychoanalyse. Der Band enthält ein biographisches Nachwort, in dem der renommierte Freud-Forscher und Freud-Biograph Peter Gay eine meisterliche Skizze von Freuds Leben und Werk zeichnet.
Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie

Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie

Sigmund Freud

S. Fischer Verlag
1991
pokkari
Das Erscheinen von Sigmund Freuds "Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie" jährt sich 2005 zum hundertsten Mal. Der Reprint der Erstausgabe enthält die Originalgestalt des seinerzeit vom Verlag Franz Deuticke vorgelegten Freudschen Texts, mitsamt den auf dem Rand stehenden Stichworten. Sämtliche heute auf dem Buchmarkt erhältlichen Ausgaben der "Drei Abhandlungen" geben den Wortlaut der Ausgabe letzter Hand wieder, also der vom Autor letztmals revidierten sechsten Auflage von 1924/25. Wie schon 1999 durch den Reprint der Erstausgabe der "Traumdeutung" ist es nun zum ersten Mal möglich wahrzunehmen, wie fundamental sich der Urtext von der Ausgabe letzter Hand unterscheidet. In seinem Nachwort unterstützt Reimut Reiche den Leser beim Entdecken dieser Unterschiede. Überdies entwirft er eine farbige Skizze des Zeithintergrunds, auf dem der Begründer der Psychoanalyse seine Sexualtheorie entwickelte. Mit einem Nachwort von Reimut Reiche und einer Notiz zum Reprint der erstausgabe von Ilse Grubrich-Simitis.